Auf Irrwegen zur Fähre

Tag 2: Bereguardo (PV) – Genova (GE)

Da wir genug Zeit hatten (die Fähre sollte erst um 21 Uhr abfahren, Check-in war bis 17 Uhr), beschlossen wir, statt auf der Autobahn heute nur auf gewöhnlichen Strassen nach Genua zu fahren. Das ging anfangs etwas langsam (da schmale Strassen) und holprig, aber landschaftlich schön im Bereich des Ticino und des Po.

Pontonbrücke über den Ticino

Nach einem kurzen Einkauf ging es bei Serravalle (südlich von Tortona) in den Apennin. Über den Passo dei Giovi wollten wir nach Genua fahren, aber leider gibt es auf der südlichen Passauffahrt irgendwo eine Stelle, die auf 2,35m höhenbeschränkt ist. Bei dritten Warnschild wollte ich es nicht riskieren, weiterzufahren und habe gedreht. So sind wir über die Autobahn nach Genua gefahren. War nicht teuer (1,30 €), aber landschaftlich etwas weniger schön.

Zwischendurch hatte ich irgendwann mal die Idee, mein deutsches Handy einzuschalten und bekam tatsächlich eine SMS der Fährgesellschaft, dass das Schiff aufgrund schlechten Wetters später kommt und die Abfahrt auf Mitternacht und der Check-In auf bis 20 Uhr verschoben wurde.

In Genua gab es zwar einige Schilder “Porto Traghetti”, aber an der entscheidenden Stelle stand dann nur noch “Porto Passagieri” und dort wollten wir ja nicht hin. Also kehrte ich und landete schwupps auf der Autobahn nach Westen. Bei der nächsten Abfahrt war stadteinwärts schon ein grosser Stau, also versuchte ich, über parallele Stadtstrassen zurück zu fahren. Das war noch blöder, dort staute es sich noch doller. Also zurück auf die Autobahn und gleich wieder die richtige Ausfahrt verpasst und auf einer drei Kilometer langen Hochbrücke gelandet, die zudem noch auf 2,5 t beschränkt war. Au weia! Zum Glück stand nirgendwo Polizei. Irgendwann gab es eine Abfahrt und (gefühlt) am östlichen Stadtrand konnten wir drehen und danach unter der Hochbrücke zurück fahren. Und irgendwann sah ich tatsächlich dann das richtige Schild. Gegen 16:30 kamen wir also am Fährhafen an, nach einer gut zwei Stunden dauernden unfreiwilligen Sightseeing-Stadtrundfahrt…

Die Kontrollen waren nicht sehr umfangreich. Zuerst ein Stopp, wo wir unser Ticket kurz zeigen mussten und weiter fahren konnten. Dann ein Sicherheits-Check, wo unsere Autonummer fotografiert und irgendwas in den beiden Vordertüren geschaut wurde (vielleicht die Fahrgestellnummer? – die steht aber unter der Frontscheibe). Dann war am Ende des Tunnels ein Häuschen, wo wir das Ticket (und die Pässe) nochmals zeigten und mehrere Ausdrucke in Form von Kassenzetteln bekamen (einen fürs Fahrzeug, je einen pro Person und einen für die gebuchte Verpflegung “Maxi Food Pass”). Das war wohl der Check-In bei GNV, der Fährgesellschaft. Zudem wurden wir auf Spur 10 (“Tangeri”) gewiesen. Spur 7 war für Barcelona bestimmt. Dort standen wir kurz, dann kam die Zollkontrolle, die sich darauf beschränkte, nach unseren mitgenommenen Devisen zu fragen. Dann standen wir und hatten endlich Zeit, zu kochen und zu essen. Irgendwann merkten wir, dass alle Leute in das grosse Gebäude gingen. Zum Glück taten wir das dann auch, denn dort fand die Personen-Grenzabfertigung statt. Wir bekamen (nach längerem Warten) einen Stempel in den Pass, das wars.

Selfie auf dem Parkplatz vor dem Einschiffen

Das Schiff kam schliesslich gegen 22:30, wurde festgemacht und entladen. Die Beladung mit unseren Fahrzeugen begann dann gegen 23:45. So manche Autos blieben zunächst stehen, weil die Fahrer gar nicht mitbekamen, dass es los ging. Die anderen (auch wir) kurvten drum herum. Wir waren ungefähr um 1:30 in unserer Kabine. Zum Glück auf der Steuerbordseite, so sollten wir immer wieder die Küsten im Blick haben, wie schön.

Endlich kommt das Schiff

Kurz vor dem Schlafen bekam ich noch mit, dass unser Parkplatz schon leer war, aber jetzt ganz viele andere Fahrzeuge in einer Schlang vor dem Laderaum standen: das waren diejenigen, die in Barcelona ausgeladen werden. Also fuhr die Fähre auch auf dem Hinweg mit einem Zwischenstopp über Barcelona. Unsere Abfahrt verpasste ich dank Schlafs. Irgendwann um ca. 3 Uhr wurde ich nochmal wach, da fuhren wir bereits und die Küste war nur noch aus der Ferne zu sehen.


Kurze Statistik zur Fahrt heute:

Strecke: 175.7 km
Fahrtzeit: 5:53
Schnitt: 29 km/h
Verbrauch: 9.0 l/100 km

udo

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